Steffens Frischebox in der regionalen Presse

2018

Frische aus der Box
von Sabine Brakhan

Klickt man Hähnchen, Rind- oder Schweinefleischpakete im virtuellen Warenangebot von Steffens Frischebox an, erhält man die Intormation „Verfügbarkeit: Juni 2018“. „Weil immer frisch geschlachtet wird, wenn genügend Kunden-Bestellungen vorliegen“, erklärt Steffen Sauermann. Dosenwurst und Freilandeier können dagegen sofort im Ramen von festgelegten Touren regelmäßig zum Kunden geliefert werden.

Ein Klich reicht und schon landet das gewünschte Produkt heimischer Erzeugung im virtuellen Warenkorb und wenig später direkt beim Kunden. Nicht nur der Handel mit Bekleidung, Elektronik und vielem mehr läuft heutzutage über das Internet, auch einige Hofladenkunden wollen nicht mehr lange Wege hinaus aufs Land in Kauf nehmen, um hochwertige, regional produzierte Lebensmittel wie Eier, Milch, Fleisch und Wurst sowie Honig und Käse direkt vom Bauernhof zu beziehen. Steffen Sauermenn aus Reinerbeck hat
diesen Trend aufgegriffen und seine Vertriebswege dahingehend weiter ausgebaut. Seit Ende letzten Jahres kann die auf seinem und befreundeten Betrieben produzierten Erzeugnisse auch über das Internet ordern. „Jetzt können die Kunden übers Internet Dosenwurst, Eier, Honig und Kartoffeln bestellen. Die Waren liefern wir auf Wunsch alle zwei Wochen im Bereich Hameln und Bad Pyrmont aus. Selbstabholung ist selbstverständlich nach wie vor zu jeder Zeit an den Automaten möglich“, berichtet der geschäftssüchtige Junglandwirt. Viele seiner Kunden kommen allerdings, trotz des Online-Angebots, immer noch gern direkt auf den Hof, um sich mit dem Warenangebot aus Steffens Frischebox einzudecken und ein persönliches Gespräch mit dem Landwirt zu führen oder einfach, um sich im Rahmen einer Hofführung die Tierhaltung zeigen zu lassen. Diesen Austausch mit seiner Kundschaft schätzt der Junglandwirt, und der persönliche Kundenkontakt ist ihm sehr wichtig, wie er sagt.
Viele landwirtschaftliche Betriebe sind bereits vor Jahren zur Direktvermarktung übergegangen, weil die zu erzielenden Preise für Rohmilch und Fleisch stark schwanken und die Höfe sich mit einem eigenen Hofladen ein Stück weit von den großen Abnehmern der Lebensmittelindustrie unabhgängig machen. Das wollte auch Steffen Sauermann. Als gerade einmal 18-Jähriger sorgte der Reinerbecker bereits vor fast drei Jahren mit der Installation seiner „Milchtankstelle“ auf dem elterlichen Hof für großes Aufsehen. Schnell gesellten sich noch Kühl-Automaten hinzu, an denen sich die Kunden mit Fleisch, Wurst, Honig und Käse eindecken können. Dann investierte der Junglandwirt in zwei Monilställe für die Hühnerhaltung. Aktuell experimentiert er mit einem Erdbeerfeld, das im vergangenen Jahr angelegt wurde und demnächst erste Erträge verspricht, sowie mit dem Anbau von Gemüse - ebenfalls zur Selbstvermarktung im Hofladen. Auf die familiäre Unterstützung beim Ausbau der Direktvermarktung ab Hof kann der mittlerweile 20-Jährige immer zählen. Friedrich und Susanne Sauermann stehen hinter den Ideen ihres Sohnes. Auch seine Schwester Annika unterstützt ihn tatkräftig bei den Auslieferungen und allen anfallenden Arbeiten auf dem Gemüse- und Erdbeerfeld. Sein jüngster Coup: Ein Grillfleischautomat, bestückt mit Steaks und Bratwurst. Sein Hofladen hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Einzelhanden: Er hat 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche geöffnet. Und was nicht auf dem Familienbetrieb produziert werden kann, von den Kunden aber nachgefragt wird, vermarktet er für befreundete Erzeuger aus der Region. „Der Käse beispielsweise wird von einem Familienbetrieb in Niehein produziert, wo die eigene MIlch zu Käse verarbeitet wird. Die Wurst wird in Zusammenarbeit mit unserem lippischen Hausschlachter aus den eigenen Schweinen hergestellt“, berichtet der Reinerbecker weiter. Die Betriebe und Produzenten kennt er alle persönlich und es ist ihm wichtig, dass sie alle aus nächster Nähe kommen. Nur so hat er einen Einblick in die Verarbeitung und kann für die Qualität garantieren, wie er sagt.

Quelle: Sonderbeilage der Dewezet und Pyrmonter Nachrichten 26.05.2018


2018

Eine Frage der Haltung – Produkte direkt vom Hof

REINERBECK. Einige landwirtschaftliche Betriebe stemmen sich gegen den Druck der Branche und suchen sich neue Wege. Eine Möglichkeit ist, die hochwertigen Lebensmittel vom Hof, wie Eier, Milch, Fleisch und Wurst wie auch Honig und Käse, direkt zu vermarkten. Diesen Weg beschreiten erfolgreich Steffen und Friedrich Sauermann auf ihrem Hof in Reinerbeck.

Selten zuvor waren Lebensmittel so günstig und, zumindest in den westlichen Ländern, schnell verfügbar. Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sanken die globalen Preise für Lebensmittel von 2014 auf 2015 deutlich um 18,7 Prozent. Gleichzeitig stieg die landwirtschaftliche Produktion von 2013 auf 2014 um 1,5 Prozent auf 6,55 Milliarden Tonnen, wobei Zuckerrohr Mais und Milch die Spitze der Produktion bilden. ...mehr
 
Quelle: Dewezet 09.01.2018
 

2017

Landwirtsfamilie wünscht sich von der Politik mehr als nur Lippenbekenntnisse

Damit kleinere Höfe eine Zukunft haben

REINERBECK. Die Schweinehaltung? Nahezu aufgegeben. Das Milchvieh? Eine ungewisse Zukunft. Die Arbeit am Schreibtisch? Nimmt immer mehr zu. Familie Sauermann, die einen landwirtschaftlichen Hof betreibt, hält sich trotzdem zurück mit Kritik. Dennoch wünscht sie sich mehr politische Unterstützung für kleinere Betriebe.
 
Familie Sauermann stimmt nicht mit ein in das Wehklagen, auch wenn sie seit Jahren die Folgen der Politik für ihren landwirtschaftlichen Betrieb in Reinerbeck zu spüren bekommt. Eher schwingt der Stolz mit, seit Generationen den Hof zu bewirtschaften, obwohl sie der Strukturwandel immer wieder trifft. Die Schweinehaltung mit 58 Tieren, mit denen sie früher Schlachthöfe belieferten, haben sie vor wenigen Jahren nahezu aufgegeben. „Weil es sich nicht mehr gerechnet hat“, sagt Landwirt Friedrich Sauermann, der seit 1988 den Hof führt. Noch einmal investieren? Kam nicht in Frage. Geblieben sind lediglich 15 Schweine, deren Fleisch für die Direktvermarktung vorgesehen ist. Und die rund 30 Milchkühe? Ihre Zukunft ist ungewiss – die Forderungen von Politik und Handel seien kaum noch zu erfüllen, sagt er. Kritik an Politikern, am Handel, am Verbraucher? Fehlanzeige. Eher Verwunderung, manchmal Unverständnis, die mitklingen bei der Familie, die sich als Landwirte mit Leib und Seele verstehen. Mit Leidenschaft halt, wie sie sagt. ...mehr
 
Quelle: Dewezet 19.09.2017
 

2016

 Täglich werden an der „Frischmilch-Zapfanlage“ von Steffen Sauermann bis zu 13 Liter Milch geordert

„Wir haben eine gute Stammkundschaft“

 Reinerbeck. Eine „Frischmilch-Zapfstelle“? Als Steffen Sauermann seinen Eltern – die in Reinerbeck einen Bauernhof bewirtschaften – diese Idee vorschlug, waren beide erst mal skeptisch. Seit dem 2. August ist die Zapfstelle für frische Milch auf dem elterlichen Hof geöffnet. Jetzt zieht der angehende Landwirt eine erste Bilanz.
Vor dem Start der Frischmilch-Zapfstelle hatte Steffen Sauermann allerdings einige Überzeugungsarbeit zu leisten, bis seine Eltern Friedrich und Susanne Sauermann mitspielten. Die Zapfstelle ist nun 24/7 – also 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche – geöffnet. ...mehr
 
Quelle: Dewezet 10.01.2016
 

2015

Zwischen Preiskampf und Qualitätsprodukten vom Hof: Landwirt startet Vermarktung mit „Zapfstelle“

Rohmilch frisch gezapft

Reinerbeck (wj). Die verschiedensten Waren aus dem Verkaufsautomaten zu holen, ist nicht neu. Aber auch frische Milch, direkt von der Kuh? Steffen Sauermann in Reinerbeck macht’s möglich! Der junge Landwirt, vor wenigen Tagen gerade 18 geworden, auf dem elterlichen Bauernhof aufgewachsen und dort derzeit auch noch tätig, entdeckte vor wenigen Wochen im Internet ein Inserat, in dem für Milchautomaten geworben wurde. Bei Steffen Sauermann sprang sofort der berühmte Funke über: Das wäre auf unserem Hof doch noch eine zusätzliche Einnahmequelle, während die Landwirtschaft über den Rückgang der Milchpreise klagt. Die „Frischmilch-Zapfstelle“ hat bereits ihren Platz im selbst gezimmerten Verkaufstand direkt an Hofeinfahrt gefunden, ist rund um die Uhr auf Selbstbedienung eingestellt.
 
Sauermann sieht ein Umdenken bei den Verbrauchern, die nicht immer mehr auf sinkende Milchpreise in den Kühlregalen der Discounter schielen. „Die Leute sind bereit, mehr Geld auszugeben, wenn sie dafür bessere Qualität erhalten“, glaubt er. Was früher selbstverständlich für viele gewesen sei, mit einer Kanne die Milch vom Bauernhof zu holen, könnte eine Renaissance erleben. „Viele kennen nicht mehr den Geschmack von Rohmilch“, weiß er. Und von vielen Einwohnern höre er, dass sie zwar die Milch gerne vom Bauernhof holen würden, sich aber nicht getraut hätten zu fragen. ...mehr
 
Quelle: Dewezet 31.07.2015